Justiz und NS-Verbrechen

Verfahren Lfd.Nr.537
Tatkomplex: NS-Gewaltverbrechen in Haftstätten, Massenvernichtungsverbrechen in Lagern, Kriegsverbrechen
Angeklagte:
Wessel, Heinrich Otto 7½ Jahre
Gerichtsentscheidungen:
LG Verden 620606
Tatland: Deutschland
Tatort: HS KL Sachsenhausen
Tatzeit: 4206-4504
Opfer: Häftlinge, Fremdarbeiter, Kriegsgefangene, Juden
Nationalität: Britische, Deutsche, Französische, Luxemburgische, Polnische, Sowjetische, unbekannt
Dienststelle: Haftstättenpersonal KL Sachsenhausen
Verfahrensgegenstand: Teilnahme an Erhängungen auf dem Appellplatz und Erschiessungen im Industriehof des KL, die auf Anordnung des Reichssicherheitshauptamts an Häftlingen und zur Tötung ins KL überstellten Fremdarbeitern vollzogen wurden. Mitwirkung an der Tötung einer Frau, deren Auge für ein medizinisches Experiment benötigt wurde. Teilnahme an Erschiessungen, u.a. von 27 Angehörigen des 'Lederkommandos' und von 82 Häftlingen in der Nacht vom 31.Januar zum 1.Februar 1945 im Rahmen der Alarmstufe 'Scharnhorst', welche die Tötung namentlich bestimmter Häftlinge bei Evakuierung des Lagers vorsah. In deren Verlauf ferner Teilnahme an der Tötung von mindestens 2000 kranken oder geschwächten Häftlingen des KL sowie von mindestens 150 Häftlingen aus dem Nebenlager Lieberose. Mitwirkung bei Versuchen an Häftlingen mit vergifteter Munition, Zyankali u.ä.

Veröffentlicht in Justiz und NS-Verbrechen Band XVIII

 

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