DDR-Justiz und NS-Verbrechen

Verfahren Lfd.Nr.1798
Tatkomplex: NS-Gewaltverbrechen in Haftstätten, Verbrechen der Endphase
Angeklagte:
Aeh., Hermann Martin 15 Jahre
Hor., Friedrich Karl Rudolf 6 Jahre Reha: Strafe ermässigt auf 3 Jahre
Koch, Friedrich Willy Todesstrafe
Reinicke, Eduard Gustav lebenslänglich
Ry., Alfred Josef 1½ Jahre
Schäfer, Ernst Reinhard Todesstrafe
Sch., Dr.med. Albert Gebhard 15 Jahre
Gerichtsentscheidungen:
LG/BG Dresden 461220 Az.: 1Ks33/46
OLG Dresden 470618 Az.: 20.75/47
LG/BG Dresden 940510 Az.: BSRH1056/92
Tatland: DDR
Tatort: Haftanstalt I und II in Dresden, Leipzig, während des Evakuierungstransportes von Dresden nach Leipzig
Tatzeit: 33-45
Opfer: Häftlinge, Juden, Deutsche Soldaten
Nationalität: Deutsche, Polnische, Sowjetische, Französische, Tschechische, unbekannt (ausländische)
Dienststelle: Haftstättenpersonal Gefängnis Dresden
Verfahrensgegenstand: Straftaten begangen von der Leitung und dem Wachpersonal der Haftstätten Dresden I und II, in denen in Sachsen und in Prag verhängte Todesurteile vollstreckt wurden. Schwere Misshandlung von Häftlingen, teilweise mit Todesfolge. Schikanierung und Misshandlung von Gefangenen vor der Vollstreckung ihrer Todesurteile. Einschliessung der Häftlinge in ihren Zellen während der Luftangriffe im Februar und März 1945, bei denen über 40 Häftlinge den Tod fanden. Überführung von etwa 1200 Häftlingen nach Leipzig im Februar 1945 in einem mehrtägigen Transport bei völlig unzureichender Ernährung und ohne Wetterschutz. Vernachlässigung bzw. Verweigerung ärztlicher Hilfe durch den Anstaltsarzt

Veröffentlicht in DDR-Justiz und NS-Verbrechen Band XIII

 

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